Freitag, 2. September 2016

Sonderausstellung im Residenzschloss: Zerlegt und Aufgedeckt. Silberne Trinkspiele mit Perlmutter

Ausstellungsort: Residenzschloss, Neues Grünes Gewölbe, Sponsel-Raum, 1. O 
Termin: 1. September bis 14. November 2016 
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen

Phantasie und Handwerkskunst der Goldschmiede kannten in der Spätrenaissance keine Grenzen. Die aus ihren Werkstätten hervorgegangenen Trinkgefäße versetzen den Betrachter noch heute in Erstaunen. Die Sonderausstellung „Zerlegt und Aufgedeckt. Silberne Trinkspiele mit Perlmutter“ nimmt  die trinkfreudige höfische Tafelkultur in den Blick.
Obwohl Trinkgelage seit der Antike zelebriert wurden, brachte gerade das 16. Jahrhundert, das als eine Periode besonders exzessiven Alkoholgenusses gilt, skurrile Trinkgefäße, wie beispielsweise den feisten Weingott Bacchus auf einem Fass reitend hervor. Dabei war die Verwendung seltener Materialien wie die Gehäuse der im Pazifik und Indischen Ozean beheimateten Turbanschnecken und Nautili besonders beliebt. Diese gelangten durch portugiesische Händler auf den europäischen Markt und wurden mit opulenten Silberfassungen versehen. Die so entstandenen kostbaren Kunstwerke entsprachen den Vorlieben der sächsischen Kurfürsten und spiegeln den komplexen Sammlungsgedanken der Kunstkammer jener Zeit. 
 Das Grüne Gewölbe in Dresden besitzt heute die weltweit größte Sammlung indischer Perlmutterarbeiten und deren europäische Adaptionen. Für die Schau werden insgesamt sechs dieser Objekte in Einzelteile zerlegt und ausgestellt. So enthüllen die ausgewählten Silbergefäße ihr überraschendes Innenleben, geben Aufschluss über ihre ursprüngliche Funktion und die Perfektion der handwerklichen Arbeit. 
Ziel ist es, die Provenienz der Werke zu rekonstruieren und nach deren Bedeutung innerhalb der höfischen Repräsentation zu fragen. Außerdem geben zerstörungsfreie Analysemethoden Einblicke in frühere Farb- und Gestaltungskonzepte sowie die mögliche Nutzung der Goldschmiedeobjekte.
Im Zuge der laufenden Restaurierungsarbeiten wurde bisher Verborgenes auf dem großen indischen Perlmutterbecken entdeckt. Jahrhunderte lang verdeckte und vom Licht geschützte farbenprächtige Lackmalereien können erstmalig und nur für die begrenzte Zeit der Ausstellung gezeigt werden.

Quelle: skd

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