Montag, 1. Juni 2015

Dresdner Parkeisenbahn feiert ihr 65. Jubiläum


Die Geschichte der Dresdner Parkeisenbahn beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. Der deutsche Oberingenieur Martens von der Münchner Firma Krauss & Co. reiste zu Studienzwecken nach England und interessierte sich für die dort seit 1870 gebauten Liliputloks. Diese wurden von dem englische Adel auf ihren Grafschaften benutzt. Die Spurweite beträgt 15 englische Zoll, d.h. 381 mm.
Martens lies in München drei solcher Loks bauen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie auf Messen  eingesetzt und fuhren auf Ausstellungen in Sevilla, Barcelona, Rotterdam, Toulouse und Antwerpen.
1930 fand in Dresden eine Internationale Hygiene Ausstellung statt. Der Ausstellungskomplex reichte vom Botanischen Garten bis zum Hygienemuseum und so konnte man die Strecke mit der Dampflok LISA zurücklegen. Während des 2. Weltkrieges wurde der Betrieb eingestellt und die Loks an verschiedenen Orten eingelagert.

Zum Kindertag am 1. Juni 1950 wurden sie unter Leitung der Dresdner Verkehrsbetriebe  erstmals wieder auf einer Strecke von 1,3 km eingesetzt. Gefahren wurde sie von Lokführern der Deutschen Reichsbahn. Kinder durften beim Einlass, Absperrung und beim Signal helfen.
Bereits einen Monat später wurde die Bahn auf der Gartenbauaustellung in Erfurt eingesetzt, aber die Dresdner Kinder wollten ihre Bahn zurück.
Nach Ende der Ausstellung kamen die Loks LISA und MORITZ für immer nach Dresden und somit konnte am 1. Mai 1951 die "Pioniereisenbahn" eröffnet werden. Schüler ab der 4. Klasse wurden für den Dienst geschult, nur Bahnhofsleiter und Lokführer wurden von der Deutschen Reichsbahn gestellt. Sie war somit die erste von 15 Pioniereisenbahnen in der DDR. Die Fahrstrecke wurde erweitert und neue Bahnhöfe errichtet. 1962 und 1982 kamen noch zwei weitere Loks hinzu, diesmal Akkumulatorlokomotiven.
Nach der Wende wurde aus der Pioniereisenbahn die Parkeisenbahn, bei der noch heute alle 4 Loks im Einsatz sind. Inzwischen gehört sie zum Betrieb Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen.
Etwa 120 Schüler und Schülerinnen verbringen derzeit ihre Freizeit als Parkeisenbahner im Großen Garten und werden auf der 5,6 km langen Strecke mit unterschiedlischsten Aufgaben betraut.
Rund 250.000 Gäste nutzen jährlich die bei Groß und Klein beliebte Bahn.

 




Fotos: Heike Stier

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