Samstag, 30. August 2014

Kunstwerke aus der Gemäldegalerie Alte Meister gehen auf Reisen

München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung Rembrandt – Tizian – Bellotto.
22. August – 23. November 2014
Groningen, Groninger Museum Het Geheim van Dresden. Van Rembrandt tot Canaletto
13. Dezember 2014 – 25. Mai 2015
Wien, Winterpalais des Prinzen Eugen (Österreichische Galerie Belvedere) Rembrandt – Tizian – Bellotto Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie
11. Juni – 26. Oktober 2015

Seit Beginn der Generalsanierung des Semperbaus am Zwinger im Jahr 2013 zeigt die dort beheimatete Gemäldegalerie Alte Meister in der Westhälfte des Gebäudes rund 400 Werke, während in der Osthälfte die Bauarbeiten in vollem Gange sind. Damit sind weit mehr als die Hälfte der sonst im gesamten Gebäude ausgestellten Gemälde für das Publikum zugänglich. Seit Frühjahr 2013 ist diese Auswahl Alter Meister in neuen Konstellationen zu sehen. Die Gemälde sind in einem Rundgang durch die europäische Kunstgeschichte vor Augen geführt, die als eine gesamtheitliche historische Entwicklung erzählt und nicht – wie zuvor – getrennt nach Schulen gezeigt wird. Die bekannten und beliebten Meisterwerke des Museums, allen voran die „Sixtinische Madonna“ (1512/13), aber etwa auch Correggios „Heilige Nacht“ (1522/30), Vermeers „Brieflesendes Mädchen“ (um 1659) oder Bellottos „Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“ (1748) sind in diesem Rundgang zu sehen. Da aber bis zu Beendigung der Baumaßnahme etwa 300 Werke nicht gezeigt werden können und weil die Sammlung auch über einen reichen Bestand im Depot verfügt, bot sich eine weitere Chance: 99 Gemälde wurden für eine große Wanderausstellung ausgewählt, mit der die Gemäldegalerie Alte Meister in München, im niederländischen Groningen und in Wien auftreten wird. Zum Auftakt sind die Arbeiten unter dem Titel „Rembrandt – Tizian – Bellotto. Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie“ ab dem 22. August in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München zu Gast. Zu sehen sind etwa Meisterwerke wie Rembrandts „Ganymed in den Fängen des Adlers“, Tizians „Dame in Weiß“ oder Antoine Watteaus „Liebesfest“. Auch Künstler wie Guercino, Velázquez und van Dyck sind mit bedeutenden Arbeiten vertreten. Die auf Dresdner Seite von Bernhard Maaz, Ute Christina Koch und Maike Hohn konzipierte Ausstellung beleuchtet in sieben thematischen Sektionen die Geschichte und Entstehung der Sammlung in der Zeit von Barock und Aufklärung. Werkgruppen zur höfischen Welt in Sachsen und zur Gründung der Dresdner Kunstakademie vor 250 Jahren geben Einblick in das historische Umfeld, in dem die Sammlung zu ihrer Blüte gelangte. Unter der Herrschaft der kunstsinnigen sächsischen Könige von Polen August II. und August III. erhielt die Galerie im 18. Jahrhundert ihr einzigartiges und bis heute prägendes Profil. Ein weiterer Themenkomplex gilt der historischen Präsentation der Bestände in der Dresdner Gemäldegalerie. Der für die Kunstgeschichte und Archäologie damals maßgebliche Autor und geistige Begründer des deutschen Klassizismus Johann Joachim Winckelmann hat die Sammlung vielfach besucht. Seine Beschreibungen vermitteln ein anschauliches Bild von der königlichen Galerie in der Mitte des 18. Jahrhunderts, das in der Ausstellung über Werkauswahl und Hängung wieder lebendig wird. Die Dresdner Galerie übte eine große Anziehungskraft auf Künstler vieler Länger aus. Die Schau thematisiert den Einfluss bedeutender Dresdner Werke von Raffael und Correggio über Salvator Rosa bis Antoine Watteau auf die künstlerische Produktion durch Kopien und freie Aneignungen, die nach diesen Werken entstanden. Der Katalog zur Ausstellung enthält neben einem Grußwort des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich, Texte zahlreicher namhafter Autoren.
Gemälde:
Rembrandt, Ganymed in den Fängen des Adlers, 1635, Öl auf Leinwand, Gemäldegalerie Alte Meister © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut
Quelle:skd Dresden

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