Samstag, 26. April 2014

Die Dinge des Lebens / Das Leben der Dinge

26. April bis 27. Juli 2014
Eine Ausstellung von Wolfgang Scheppe mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der Festetage des Residenzschlosses
Lauter Rätselhaftigkeiten: Im Nordflügel des Dresdner Residenzschlosses wird die Ausstellung Die Dinge des Lebens / Das Leben der Dinge des Philosophen Wolfgang Scheppe gezeigt. Sie folgt dem legendären, aber oft für dunkel gehaltenen Konzept des amerikanischen Kunsthistorikers George Kubler [1912–1996] und zeichnet an nur einem Gegenstandstyp – der ebenso archaischen wie gegenwärtigen Schale – nach, wie die sich wandelnde Gestalt eines Zwecks durch Epochen und Territorien hindurchgeht und – wie Kubler sagt – die Form der Zeit bildet. 

Kubler, in seinem Fach fast vergessen, im Diskurs der Gegenwartskunst aber sehr präsent, entwarf in seinem 1962 erschienenen Traktat "The Shape of Time" eine revolutionäre Vision von Kunstgeschichte. Sie überwindet die eurozentrische Perspektive, führt den Begriff des Netzwerks in die Geisteswissenschaften ein und gibt die lineare Vorstellung von Zeit ebenso auf wie die Unterscheidung von Kunst, Kunsthandwerk und Industrieprodukt. 

99 Schalen wurden aus den Tiefen der Depots aller, auch der ethnografischen, Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ausgewählt und in eine formale Entwicklungsreihe gestellt. Sie werden mit dem gleichfalls einer Schüssel gewidmeten Zyklus konzeptueller Fotografien des italienischen Künstlers Franco Vimercati [1940–2001] konfrontiert. Die Rätsel werden aufgelöst: Aus der Ordnung im Raum ergeben sich nur über die Anschauung begriffliche Zusammenhänge. Genau dafür stellt das Museum Dinge aus.




 










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