Dienstag, 30. April 2013

Mathematisch-Physikalischer Salon

Nach sechs jähriger Sanierung eröffnete im April 2013 im Zwinger erneut der Mathematisch Physikalische Salon (MPS). Hervorgegangen ist dieses Museum aus der 1560 im Dresdner Residenzschloss gegründeten Kunst – und Wunderkammer. In den Zwinger zog es bereits 1728 auf Weisung von August dem Starken als Spezialmuseum für wissenschaftliche Instrumente.Von herausragender Bedeutung sind neben den Beständen historischer Uhren vor allem die Erd- und Himmelsgloben, die optischen, astronomischen und geodätischen Geräte sowie Instrumente zum Rechnen und Zeichnen und zur Bestimmung von Länge, Masse, Temperatur und Luftdruck.

Der Salon besticht mit seinen Wunderwerken zwischen Naturwissenschaft und Kunst, zwischen Technik und Spiel, zwischen Forschung und Repräsentation.
Spaziergang durch das Universum des Wissens
Der Grottensaal stellt den neuen Eingangsbereich zur Sammlung dar, wo auf fast doppelt so großer Fläche wie vor der Sanierung etwa ein Viertel der rund 2.000 Exponate umfassenden Sammlung zu sehen.
In 4 Schausälen gibt der MPS einen Überblick über die Entwicklung der frühen feinmechanischen Instrumente, Uhren und Globen und vermittelt an ausgewählten Beispielen mit elegant eingepassten Videostationen einen Einblick in deren Technik.
Der Kosmos des Fürsten
In der Langgalerie werden mechanische Wunderwerke und mathematische Instrumente um 1600 präsentiert, sie stellen die Anfänge der Sammlung dar: Kurfürst August war fasziniert von Vermessungen und technischen Apparaturen, von Astronomie und Astrologie.Die durch ihn gegründete kurfürstlich-sächsische Kunstkammer im Dresdner Residenzschloss bestand nicht etwa zum Großteil aus Gemälden und Skulpturen, sondern aus wissenschaftlichen Apparaturen, wie Vermessungsinstrumente, artilleristische Richtgeräte, Zeicheninstrumente, astronomische Modelle und Zeitmessinstrumente. Bei der Herstellung dieser Objekte ging es nicht nur um ihre reibungslose Funktion, sondern auch um einen ästhetischen Mehrwert.
Instrumente der Aufklärung
Im oberen Geschoss des Pavillons, dem Festsaal, waren bis 1945 alle Bestände des Salons untergebracht.
Das Interesse für Naturwissenschaften entsprach dem Zeitgeist: Spektakuläre Experimente etwa mit Vakuum waren auch in privaten Kreisen sehr beliebt. Gegen Anmeldung und einen Obolus war der MPS schon damals öffentlich zugänglich. Hier bekommt man noch heute eine Ahnung von jenem Staunen, das den Besucher damals erfüllt haben muss. Die Inspektoren des Salons beschränkten sich nicht nur aufs Sammeln, sie waren vielmehr aktive Forscher. Die heute ausgestellten großen Teleskope verweisen auf die Funktion als Observatorium.
Von 1777 bis 1928 wurde im MPS die Zeit bestimmt. Das Observatorium fungierte gewissermaßen als das "Greenwich von Sachsen". Die Zeit gelangte von hier aus mit tragbaren Uhren zu Kirchtürmen oder Bahnhöfen, später wurde sie telegrafisch übermittelt.
Das Universum der Globen
In diesem lichtlosen Raum werden Erd- und Himmelsgloben aus 7 Jahrhunderten präsentiert. Der Globenraum ist in geheimnisvolles Halbdunkel getaucht, das die gewaltigen Kugeln und Scheiben wie ein eigenes Planetensystem erstrahlen lässt.
Der Lauf der Uhren
In der Bogengalerie wird die Geschichte der Automaten und Uhren von der Renaissance bis zur Gegenwart dargestellt, insbesondere die Anfänge der Uhrmacherei in Glashütte, für die der MPS als Wegbereiter gilt.
Im anschließenden Schaulabor des Hauses, dem "Salon im Salon" kann man Zeuge von nachgestellten Experimenten zu Elektrizitäts- und Vakuumforschungen werden.
Nach vorheriger Anmeldung ist eine Führung durch den MPS möglich.
Das Museum ist täglich außer montags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Das Ticket kostet 6,00 € pro Person, ermäßigt 4,50 € pro Person und für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist der Eintritt frei.
Dauer: 1 Stunde

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