Mittwoch, 14. April 2010

Tschechen kaufen gern in Dresden ein

Schon lange habe ich mir Gedanken gemacht, warum so viele Tschechen nach Dresden einkaufen kommen, obwohl es auch auf tschechischer Seite viele moderne Einkaufszentren wie Tesco, Interspar, Hypernova, Lidl etc. gibt und die gleichen Waren angeboten werden.
In der sächsischen Tageszeitung fand ich einen interessanten Artikel über die immer mehr werdenden Einkaufszentren in Dresden und ihre tschechische Kundschaft. Der Karstadt Geschäftsführer, Herr Wolfgang Wirz wird in dem Zeitungsartikel von Klemens Deider zitiert, dass es „….Samstags von Tschechen wimmelt. Man hört es in Restaurant und auf der Straße…“
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat eine Studie in Auftrag gegeben, indem man rund 600 tschechische Kunden in Dresden- Nickern, in der Dresdner Innenstadt und in Zittau befragte. Dabei wurde Folgendes festgestellt:

o Durchschnittlich geben die Tschechen durchschnittlich 50 bis 100 € pro Einkaufstag in Sachsen aus.
o Hauptsächlich kaufen sie Lebensmittel, Genussmittel, Drogerieartikel und Bekleidung.
o In der Dresdner Innenstadt wurde vorwiegend Kleidung gekauft. Wert wird dabei auf gute Qualität und Markenprodukte gelegt.
o Beim Einkaufen überzeugt das gute Verhältnis von Preis und Leistung.
o Lebensmittel bei Discountern seien in Deutschland billiger und von besserer Qualität.
o Das Warenangebot ist umfangreicher als in Tschechien.
o Waren können in Sachsen problemlos umgetauscht werden, was noch nicht überall in Europa Standart ist.

Diese Parameter wiegen so schwer, dass man auch den durchschnittlichen Anfahrtsweg von 69 km gern in Kauf nimmt, ein Drittel der Befragten kam sogar aus dem 140 km entfernten Prag und Umgebung nach Sachsen. Hier profitiert besonders Dresden von der Autobahnanbindung beider Städte. Häufig wird der Einkauf mit einem Freizeitangebot verbunden, wie z.B. Besuch eines Museums, des Dresdner Zoos, der Schwimmbäder, Restaurants oder im Sommer freitags das Inline Nachtskaten.
Gern würden die Tschechen noch mehr Freitzeitangebote nutzen, wenn sie darüber besser informiert würden. Über die Angebote in den Geschäften informieren sie sich meist über das Internet. Viermal jährlich erscheint eine Sonderbeilage der SZ in tschechischen Zeitungen.

Dreiviertel der tschechischen Kunden waren mit dem Service zufrieden, das größte Manko ist jedoch die Sprachbarriere. Wünschenswert wäre, wenn in öffentlichen Räumen mehr Schilder in tschechischer Sprache angebracht wären.

Quelle: Sächsische Zeitung 8.4.2010

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