Dienstag, 30. März 2010

Jubiläumsschlossführung

Bei einer 90- minütigen Schlossführung erfahren Sie viel Interessantes über die Geschichte, Architektur, den Wiederaufbau und die jetzige Nutzung des Dresdner Residenzschlosses.
Sie besichtigen den kleinen und großen Schlosshof, die Englische Treppe und den Bärengarten.
Weiterhin erhalten Sie einen kurzen Einblick in das Neue Grüne Gewölbe mit seinen Pretiosen, der Fürstengalerie und der Türckischen Cammer mit dem Tafelzelt, welches 1730 bei dem Zeithainer Lager verwendet wurde.
Das Residenzschloss ist täglich außer Dienstag von 10,00 Uhr bis 18,00 Uhr geöffnet. Für eine Schlossführung ist eine vorherige schriftliche Bestellung notwendig.

Englische Treppe

Am Mittwoch, den 31. März 2010 eröffnet im Dresdener Residenzschloss im Zuge des Wiederaufbaus die Englische Treppe.
Errichtet wurde sie Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen des sächsischen Baumeisters Johann Georg Starke im Auftrag des älteren Bruders von August dem Starken, Kurfürst Johann Georg der IV. von Sachsen.
Gebaut wurde sie nach italienischem Vorbild auf vier Pfeilern ruhend, mit einem großen Treppenauge und mit perfekten Stufenabständen zum Schreiten in die repräsentativen Räume des Schlosses.
Ein Jahr darauf bekam sie den Namen Englische Treppe, da der Kurfürst Johann Georg IV. von Sachsen vom englischen Gesandten Sir William Swan den englischen „Orden des blauen Hosenbandes„ überreicht bekam. Diesen Orden verleiht das englische Königshaus seit 1348 an Persönlichkeiten mit ritterlicher Gesinnung.
Zu Ostern 1701 wurde die Treppe beim großen Schlossbrand zerstört und später vom Baumeister Pöppelmann wieder aufgebaut. Über diese Treppe gelangte man zur Beletage, von dort durch Prachträume zum Audienzraum des Kurfürsten.
Im 19. Jahrhundert wurde sie abermals umgebaut und fiel am 13. Februar 1945 endgültig den Flammen zum Opfer.
1995 begann die Rekonstruktion der Englischen Treppe als zentraler Zugang zu den Schlossetagen. Die Fassung entspricht der des 19. Jahrhunderts, wobei die Balustraden und Gewölbe neu geschaffen wurden, jedoch in traditioneller Handwerkskunst. Der Fußboden besteht aus Carrara Marmorplatten, auch hier kann man noch Brandspuren erkennen. Auf den Balustraden tummeln sich wieder die kleinen Engel, die die 4 Weltteile symbolisieren sollen.
Der Wiederaufbau der englischen Treppe kostete dem Freistaat Sachsens 4 Millionen Euro.
Über die Englische Treppe gelangt man in die Museen der staatlichen Kunstsammlung.

Mittwoch, 24. März 2010

Highlights 2010 in Dresden

Ein Besuch Dresdens lohnt sich immer.
Jeden Monat gibt es verschiedene Höhepunkte, die Touristen aus Nah und Fern anlocken.

April 2010
18.4.-1.10.2010 „Zukunft seit 1560“ – 450 Jahre Kunstsammlung Dresden
Japanisches Palais
20.-25.4.2010 „Filmfest Dresden“
Filmtheater Metropolis

Mai 2010
01.5.2010 Traditionelle Dampferparade der sächsischen Dampfschifffahrt
Terrassenufer
08.5.- 29.8.2010 „Triumph der Blauen Schwerter“
Jubiläumsveranstaltung anlässlich 300 Jahre Meissner Porzellan
Japanisches Palais
08.-16.5.2010 40. Internationales Dixielandfestival
ältestes Oldtime Jazz Festival Europas
verschiedene Spielstätten
14.-16.5.2010 Karl May Festtage Radebeul
Radebeul, Lößnitzgrund
19.5.-6.6.2010 Dresdner Musikfestspiele
verschiedene Spielstätten

Juni 2010
Wiedereröffnung Albertinum
Museum des 19. Jahrhunderts und der Moderne
Brühlsche Terrasse
11.-13.6.2010 Schumann Fest zum 200. Geburtstag des Komponisten
Palais im Großen Garten
12.6.2010 Radeberger Sommerarena
Show, Party und Feuerwerk
Schloss Albrechtsberg
18.6.2010 Lange Nacht der Wissenschaften
4 Hochschulen und 25 Wissenschaftseinrichtungen
25.-27.6.2010 Elbhangfest
künstlerisches Volksfest entlang der sächsischen Weinstraße von Loschwitz bis Pillnitz

Juli 2010
06.-25.7.2010 Evita
Andrew Lloyd Webber an Time rice
Semperoper
10.7.2010 Museums Sommernacht
14.-25.7.2010 FIFA U20 Frauen WM
15.7.-12.9.2010 20. Filmnächte am Elbufer
Open-Aair Kino und Konzertfestival
Königsufer
17.7.2010 Dresdner Schlössernacht
3 Elbschlösser
21.-25.7.2010 Sachsen Tour International
Rad-Elite Veranstaltung

August 2010
14.8.2010 Pillnitzer Schlössernacht
07.-22.8.2010 Moritzburger Festival
Kammermusik
Schloss und Kirche in Moritzburg
20.-22.08.2010 Dresdner Stadtfest „Kunst und Genuss“
Dresdner Innenstadt
27.8.- 19.9.2010 Ostrale
Ausstellung für zeitgenössige Kunst
Ostragehege

September 2010
Das Gold des Hercules Saxonicus
Ausstellung zu 300 Jahre Dresdner Zwinger
Zwinger

Oktober 2010
1.10.2010- 5.6.2011 Sonderausstellung „Glauben“
Hygieneausstellung
1.-16.10.2010 TonLagen
Dresdner Festival für zeitgenössige Musik
Europ. Zentrum der Künste Hellerau
2.10.2010 Pyro Games Feuerwerkfestival
Messe Dresden
24.10.2010 Dresden Marathon
Altstadt, Großer Garten, Elbwiesen
29.-31.10.2010 13. Mitteldeutsche Heinrich Schütz Tage
Residenzschloss, Kreuzkirche, Dreikönigskirche
30.10.-14.11.2010 Jazztage Dresden
verschiedene Spielstätten

November 2010
Tag des offenen Ateliers
6.11.2010 UNITY.DRESDEN.NIGHT
Dresdens größte party
Stadtzentrum
25.11.-24.12.2010 Dresdner Striezelmarkt
Altmarkt

Dezember 2010
31.12.2010 Silvester auf dem Theaterplatz
Open Air Veranstaltung mit Tanz

Montag, 15. März 2010

Schlossführung

Das Dresdner Residenzschloss hat eine über 800-jährige Geschichte. Viele Herrscher haben hier ihre Spuren hinterlassen. Am 13. Februar 1945 wurde es zerstört und nun seit den 80-er Jahren als Residenz der Kunst, als Museumskomplex wieder aufgebaut.
Bei einer 90 minütigen Schlossführung erfahren Sie viel Interessantes über das Dresdner Residenzschloss mit seinen verschiedenen Zeitschichten, das architektonische Mix von originalgetreuem Wiederaufbau und modernen Aspekten. Weiterhin können Sie kurz in die Museen schauen und dabei werden Ihnen einige ausgewählte Kunstwerke des Neues Grünen Gewölbes, der Fürstengalerie und der Türkischen Cammer vorgestellt.
Das Dresdner Residenzschloss ist täglich außer Dienstag von 10,00 Uhr bis 18,00 Uhr geöffnet.

Mittwoch, 10. März 2010

Türkenkammer, Türkische Kammer oder Türckische Cammer?

Eigentlich hat es so ein Museum mit diesem Namen gar nicht gegeben, sondern es war ursprünglich ein Sammelsurium von orientalischen Dingen mit der Bezeichnung Ungarische Kammer, da eine Vielzahl von Objekte aus dem damals osmanisch besetzten Ungarnlande kam. Erst seit 1674 gibt es ein erhaltenes vollständiges Inventar mit der Bezeichnung Türckische Cammer und auf diese Bezeichnung bezieht sich der heutige Name.

Samstag, 6. März 2010

Großes Tafelzelt Kyowsky

Der sächsische Kurfürst Johann Georg III. kämpfte 1683 beim Entsatz von Wien erfolgreich auf Seiten der kaiserlichen Truppen und brachte als Kriegsbeute 2 Zelte mit nach Dresden. Leider ist davon in der Türckischen Cammer nicht allzu viel zu sehen. Eines davon befindet sich heute in Stockholm, vom anderen ist nur eine Seitenwand erhalten geblieben.
Sein Sohn, Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen kämpfte zwei Jahre als Oberkommandierender der kaiserlichen Truppen in Ungarn. Auch er war wie die Herrscher anderer Fürstenhäuser vom Glanz des Orients fasziniert. Feste wurden am sächsischen Hofe in der Mode „á la turca“ gefeiert, so 1719 vier Wochen lang die Hochzeit seines Sohnes Friedrich August mit der damaligen Kaisertochter Maria Josefa aus Wien.
Politisches, militärisches und höfisches Großereignis während seiner Regierungszeit war das Zeithainer Lager 1730, welches er ganz nach orientalischer Art arrangieren ließ und er sich selbst in der Art des Sultans für dieses Fest kleidete.
Für diese militärische Truppenschau wurden auf einer riesigen Fläche unweit von Riesa über eintausend Zelte aufgebaut, davon etwa 20 Staatszelte. Gezielt wurden in der Türkei Dinge zur Ausgestaltung angekauft und aus ganz Polen wurden osmanische Objekte heran gebracht, so auch das große Tafelzelt mit dem Namen Kyowskyzelt.
Die Herkunft des Namens ist nicht überliefert. Während der Truppenschau hat man in diesem Zelt getafelt und hochkarätige Gäste empfangen. Nach dem Zeithainer Lager geriet dies Zelt in Vergessenheit und wurde erst wieder 1927 im Lichthof des Johanneum ausgestellt. Während des 2. Weltkrieges wurde dieses Zelt mit weiteren Zelten auf der Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz ausgelagert. Nur einige Teile des 160 m² großen Zeltes sind erhalten geblieben und kamen ins Depot der staatlichen Kunstsammlungen. Der Zustand war bedauernswert; Schimmelflecken hatten sich breit gemacht und der Stoff war teilweise zerrissen.
1994 wurde in der Paramentenwerkstatt der Veltheim Stiftung im Kloster Sankt Marienberg in Helmstedt/ Hessen mit der aufwendigen Restaurierung des Zeltes begonnen. 34 Mitarbeiterinnen waren 15 Jahre damit beschäftigt, das Zelt in 13 einzelne Teile zu zerlegen, zu reinigen und fehlerhafte Stellen auszubessern. An die 140.000 Arbeitsstunden hat dies gedauert, ein einzelner Mensch hätte dafür an die 67 Arbeitsjahre benötigt. Die Kosten der Restaurierung betragen 3,6 Millionen €. Da heute nur noch das Dach und eine Seitenwand sowie 2 Stirnteile und ein Teil des Vorhofzeltes erhalten sind, mussten die Restauratoren zusätzlich einen Konstruktionsring zur Entlastung des Daches anbringen.
Bereits seit 2009 befindet sich das Zelt im Dresdner Schloss und wird ab dem 7. März 2010 nach 71 Jahren wieder zu sehen sein. Das Zelt ist 20 Meter lang, 8 Meter breit und 6 Meter hoch. Es besteht aus 2 beweglichen separaten Wänden, wobei die Innenwand um 2-3 % größer ist. Außen ist das Zelt aus grüner Leinenbaumwolle einfach gehalten. 3 Masten halten das Zelt, was ursprünglich mit 26 Seilen gespannt wurde. Das Innenzelt besteht aus roter Seide mit flächendeckenden Applikationen aus Atlas, Baumwollgewebe und vergoldetem Leder, übersät mit Halbmonden und Sternen, Arabesken und floralen Fischblasen-, Wellen- und Mäanderornamenten. Die Qualität des Zeltes ist im europäischen Kulturraum etwas ganz Besonderes und sicher auch das Highlight des Museumsbesuches.
Das Museum Türckische Cammer ist täglich außer Dienstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet und befindet sich im 2. Obergeschoss des Dresdner Residenzschlosses. Während der Öffnungszeiten finden Führungen durch das Museum statt.