Montag, 1. Februar 2010

Türckische Cammer

Die Gründung dieser exotischen Sammlung geht auf die Kurfürsten von Sachsen im 16. Jahrhundert zurück, ohne dabei ein konkretes Entstehungsjahr nennen zu können. Etwa ab 1591 wird sie als eigener Bereich innerhalb der Rüstkammer erwähnt. Zeitweise trug sie den Namen Ungarische Cammer nach dem Ort der Kampfhandlungen und etwa ab 1614 erscheint in den Inventaren der Name Türckische Cammer.
Vom 16. bis 19. Jahrhundert sammelten die Kurfürsten von Sachsen osmanische Waffen, Reitzeuge, Kostüme, Zelte, Fahnen und andere orientalischen Gegenstände. Zu dieser Zeit war die Angst vor den Osmanen sowie die Faszination über den Reichtum und der Prachtentfaltung des Orients in Europa allgegenwärtig.
So kamen diplomatische Geschenke nach Dresden, gezielt wurden Ankäufe getätigt und Beutstücke aus unterschiedlichen Schlachten gegen die Osmanen in die Sammlung eingebracht. Somit entstand eine der weltweit prächtigsten und bedeutsamsten Sammlungen. Während des 2. Weltkrieges wurde die Ausstellung geschlossen und seitdem nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Mit dem Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses entstand ein völlig neues Ausstellungsprojekt. Die dunkelblau gestrichenen Wände erzeugen ein Gefühl der Raumlosigkeit, wobei die Kunstobjekte durch spezielle Beleuchtung hervorgehoben werden.
Viele Kunstwerke wurden in den letzten Jahren intensiv restauriert. Auf einer Fläche von 750 m² können die Besucher mehr als 600 Einzelobjekte bewundern. Ein Großteil der Kunstwerke wurde in Istanbuler Werkstätten reich mit Gold und Edelsteinen verziert, europäische Werkstätten, vor allem in Siebenbürgen fertigten unter osmanischen Einfluss orientalisierende Prunkgegenstände, die man für Feste und Inventionen am Hofe benutzte.
Neben Waffen, Helmen, Panzerhemden, Fahnen, Kaftanen und Blankwaffen sind die acht kunstvoll geschnitzten lebensgroßen Araberhengste Hauptattraktion. Sie wurden mit prunkvollen Reitzeugen geschmückt. Erhaltene Teile des prächtigen Staatszeltes mit einer Länge von 20 Metern und 6 Metern Höhe wurden in mühevoller Kleinarbeit restauriert und spannen sich nun wie ein zweiter Himmel über die Museumsbesucher. Die Sammlung zählt zu den umfangreichsten und größten Sammlungen ihrer Art in Deutschland.
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, Dienstags geschlossen
Nach vorheriger Anmeldung ist eine Führung durch die Türckische Cammer möglich.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen