Mittwoch, 24. Februar 2010

Araberhengste in der Türkischen Kammer

Die Wettiner bekamen bereits ab dem 16. Jahrhundert als diplomatische Geschenke Pferde mit kostbarem Reitzeug, ja sogar mit dazugehörigem Personal geschenkt. Die Pferde wurden nicht für die Zucht verwendet, sondern dienten der Repräsentation. Schon damals schnitzte man nach den Originalen aus Holz Nachbildungen, auf welchen man die kostbaren Reitzeuge aufbewahrte. So soll es um 1660 etwa 60 hölzerne Pferde gegeben haben, die sogar Namen nach den Originalen trugen wie z.B. Tenzer.
Bis 1945 wurden sie im Johanneum ausgestellt und gingen dann gingen dann in den Wirren des 2. Weltkrieges bis auf eine geringe Anzahl verloren.
Seit den 90- er Jahren arbeitet der Holzbildhauer Walter Hilpert in seiner Werkstatt in Dresden Schönfeld an der maßstabsgerechten Wiederherstellung der ursprünglichen Pferdekopien. Sie werden nach historischen Beschreibungen hergestellt und dem vorhandenen Reitzeug entsprechend angepasst. Für die Herstellung eines Pferdes benötigt er an die 4 Monate, wobei aus Lindenbohlen erst mal das Pferdeskelett gefertigt werden muss, dann aus Buchenholz die Beine und Beides mit vielen kleinen Holzteilen ergänzt wird bis ein fast lebendig wirkender Araberhengst entsteht. Acht Araberhengste sind so schon geschaffen worden, geplant sind 40 Stück.
Araberhengste sind weltweit verbreitet, es sind arbeitswillige, temperamentvolle Tiere, die große Distanzen zurücklegen können. Ihre edle Erscheinung zeigt sich in dem relativ kleinen Kopf mit der breiten Stirn, dem konkaven Nasenbein und den trichterartig geformten Nüstern. Diese Pferderasse wurde vor allem von der Kavallerie der Osmanen und Ungarn benutzt. Nun sind sie ab dem 7. März in der Türkischen Kammer im Residenzschloss zu Dresden zu bewundern und tragen wieder die prunkvollen orientalischen Reitzeuge.

Montag, 1. Februar 2010

Semperoper

Die sächsische Staatsoper ist ein Haus von Weltruf mit einem Ensemble von Rang und Namen. Die Dresdner Staatskapelle hat in diesem Hause ihr Domizil, eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester der Welt mit einer über 460 jährigen Tradition. Die einstige Hofkapelle ist geprägt von bedeutenden Kapellmeistern wie Heinrich Schütz, Carl Maria von Weber, Richard Wagner, dem Dirigenten Ernst von Schuch u.v.a.
Hier wurde Operngeschichte geschrieben, hier fanden die Uraufführungen von Richard Wagners „Rienzi“, dem „fliegenden Holländer„ und „Tannenhäuser“ statt. Untrennbar ist das Haus auch mit dem Komponisten Richard Strauß verbunden, der hier neun seiner Opern erstmals auf die Bühne brachte, darunter den „Rosenkavalier“.
Die Semperoper besticht durch ihre prachtvolle Architektur. Sie wurden nach den Plänen des Architekten Gottfried Sempers erbaut, erstmals 1841, nach einem Brand anno 1869 ein zweites Mal und nach der Zerstörung Dresdens 1945 ein drittes Mal nach alten verfügbaren Originalunterlagen und Plänen originalgetreu wieder aufgebaut. Die Technik wurde der des 21. Jahrhunderts angepasst. Die Wiedereröffnung erfolgte 1985.
Sie gilt als eine der schönsten Opernhäuser Europas. Berühmt ist sie durch ihre grandiose Akustik und prachtvolle Innenausstattung.
Entdecken und erkunden Sie mittels einer Führung das Opernhaus. Sie werden durch die Vestibüle, Rundfoyers und Zuschauerraum geführt und erfahren Hintergründe zur ereignisreichen Geschichte dieses glanzvollen Hauses.

Türckische Cammer

Die Gründung dieser exotischen Sammlung geht auf die Kurfürsten von Sachsen im 16. Jahrhundert zurück, ohne dabei ein konkretes Entstehungsjahr nennen zu können. Etwa ab 1591 wird sie als eigener Bereich innerhalb der Rüstkammer erwähnt. Zeitweise trug sie den Namen Ungarische Cammer nach dem Ort der Kampfhandlungen und etwa ab 1614 erscheint in den Inventaren der Name Türckische Cammer.
Vom 16. bis 19. Jahrhundert sammelten die Kurfürsten von Sachsen osmanische Waffen, Reitzeuge, Kostüme, Zelte, Fahnen und andere orientalischen Gegenstände. Zu dieser Zeit war die Angst vor den Osmanen sowie die Faszination über den Reichtum und der Prachtentfaltung des Orients in Europa allgegenwärtig.
So kamen diplomatische Geschenke nach Dresden, gezielt wurden Ankäufe getätigt und Beutstücke aus unterschiedlichen Schlachten gegen die Osmanen in die Sammlung eingebracht. Somit entstand eine der weltweit prächtigsten und bedeutsamsten Sammlungen. Während des 2. Weltkrieges wurde die Ausstellung geschlossen und seitdem nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Mit dem Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses entstand ein völlig neues Ausstellungsprojekt. Die dunkelblau gestrichenen Wände erzeugen ein Gefühl der Raumlosigkeit, wobei die Kunstobjekte durch spezielle Beleuchtung hervorgehoben werden.
Viele Kunstwerke wurden in den letzten Jahren intensiv restauriert. Auf einer Fläche von 750 m² können die Besucher mehr als 600 Einzelobjekte bewundern. Ein Großteil der Kunstwerke wurde in Istanbuler Werkstätten reich mit Gold und Edelsteinen verziert, europäische Werkstätten, vor allem in Siebenbürgen fertigten unter osmanischen Einfluss orientalisierende Prunkgegenstände, die man für Feste und Inventionen am Hofe benutzte.
Neben Waffen, Helmen, Panzerhemden, Fahnen, Kaftanen und Blankwaffen sind die acht kunstvoll geschnitzten lebensgroßen Araberhengste Hauptattraktion. Sie wurden mit prunkvollen Reitzeugen geschmückt. Erhaltene Teile des prächtigen Staatszeltes mit einer Länge von 20 Metern und 6 Metern Höhe wurden in mühevoller Kleinarbeit restauriert und spannen sich nun wie ein zweiter Himmel über die Museumsbesucher. Die Sammlung zählt zu den umfangreichsten und größten Sammlungen ihrer Art in Deutschland.
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, Dienstags geschlossen
Nach vorheriger Anmeldung ist eine Führung durch die Türckische Cammer möglich.